Ein Rhabarber-Spritz bringt süß-säuerlichen Frühlingsgeschmack ins Glas und passt genauso gut zum Sonntagsbrunch wie zum Abend auf dem Balkon. Ich zeige dir ein zuverlässiges Grundrezept mit selbst gemachtem Sirup, die alkoholische und alkoholfreie Variante sowie die kleinen Details, die aus einem zu süßen Mischgetränk einen wirklich frischen Aperitif machen.
So gelingt der fruchtige Frühlingsdrink auf Anhieb
- Grundrezept: 50 ml Rhabarbersirup, 100 ml Prosecco und 50 ml Mineralwasser pro Glas.
- Sirup: Rhabarber mit Wasser und Zucker etwa 10 bis 15 Minuten sanft köcheln lassen.
- Alkoholfrei: Prosecco durch Tonic Water, alkoholfreien Sekt oder spritziges Mineralwasser ersetzen.
- Geschmack: Limette, Minze und wenig Süße halten den Drink lebendig.
- Wichtig: Nur die Stangen verwenden und den Rhabarber für den Sirup erhitzen.

Das Grundrezept für einen ausgewogenen Rhabarber-Spritz
Für vier Gläser bereite ich zuerst einen einfachen Sirup zu. Er lässt sich gut vorbereiten und macht den späteren Drink deutlich aromatischer als fertiger Rhabarbersaft allein.
Zutaten für den Sirup
- 400 g Rhabarberstangen
- 250 g Zucker
- 400 ml Wasser
- 1 unbehandelte Limette oder halbe Zitrone
- optional 1 kleines Stück Ingwer oder eine halbe Vanilleschote
Zutaten pro Glas
- 50 ml Rhabarbersirup
- 100 ml gut gekühlter Prosecco oder alkoholfreier Sekt
- 50 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
- Eiswürfel, Minze und eine dünne Rhabarberstange
Für den Sirup wasche ich den Rhabarber, entferne die Blätter und schneide die Stangen in kleine Stücke. Zusammen mit Wasser, Zucker und Limettensaft lasse ich ihn bei kleiner Hitze 10 bis 15 Minuten weich werden. Danach gieße ich alles durch ein feines Sieb und lasse den Sirup vollständig abkühlen.
Ins Glas kommen zuerst Eiswürfel und Sirup. Prosecco und Mineralwasser gieße ich langsam darüber, damit die Kohlensäure erhalten bleibt. Ein kurzer, vorsichtiger Rührer genügt. Zu kräftiges Umrühren macht den Drink schneller schal.
Der Sirup entscheidet über Süße und Frische
Rhabarber schmeckt je nach Sorte und Ernte sehr unterschiedlich. Deshalb halte ich mich beim ersten Ansatz lieber an eine moderate Zuckermenge und gleiche am Ende aus, statt den Sirup von Anfang an zu süß zu kochen. Die Säure soll deutlich spürbar bleiben, sonst wirkt der Spritz schwer und klebrig.
Junge, dünne Stangen müssen meist nur gewaschen werden. Bei dicken oder sehr faserigen Exemplaren ziehe ich die äußeren Fasern teilweise ab. Die grünen Blätter gehören nicht in den Topf, weil sie deutlich mehr Oxalsäure enthalten als die Stiele.
Wer einen klaren, eleganten Drink möchte, filtert den Sirup ein zweites Mal durch ein sauberes Tuch oder einen Kaffeefilter. Für eine rustikalere Gartenparty darf er etwas trüber bleiben. Das verändert den Geschmack kaum, wirkt aber kräftiger und hausgemachter.
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So lässt sich der Geschmack anpassen
- Zu sauer: einen kleinen Schuss zusätzlichen Sirup oder 1 bis 2 Teelöffel Zuckersirup verwenden.
- Zu süß: mehr Mineralwasser, Limettensaft oder einen trockenen Prosecco hinzufügen.
- Zu flach: etwas Zitronen- oder Limettenschale und frische Minze ergänzen.
- Mehr Tiefe: Ingwer, Vanille oder ein kleiner Schuss Holunderblütensirup passen gut dazu.
Im verschlossenen Glas hält sich selbst gekochter Sirup im Kühlschrank am besten etwa drei bis fünf Tage. Ich fülle ihn erst ab, wenn er abgekühlt ist, und verwende eine saubere Flasche. Für größere Feiern koche ich lieber zwei kleine Ansätze als eine sehr große Menge, die lange herumsteht.
Alkoholisch oder alkoholfrei passt besser zu deinem Anlass
Die alkoholische Version lebt vom trockenen, leicht herben Charakter des Schaumweins. Ein sehr süßer Prosecco kann zusammen mit dem Sirup schnell eindimensional schmecken. Ich greife deshalb meist zu einer trockenen oder extra trockenen Variante und dosiere den Sirup eher sparsam.
| Variante | Mischung pro Glas | Geschmack | Passt besonders zu |
|---|---|---|---|
| Mit Prosecco | 50 ml Sirup, 100 ml Prosecco, 50 ml Mineralwasser | Fruchtig, prickelnd und leicht herb | Aperitif, Abendessen, Gartenrunde |
| Mit alkoholfreiem Sekt | 50 ml Sirup, 100 ml alkoholfreier Sekt, 50 ml Mineralwasser | Ähnlich festlich, meist etwas süßer | Brunch und Familienfeiern |
| Mit Tonic Water | 40 ml Sirup, 120 ml Tonic Water, Eis | Deutlich herber und erwachsener | Abendlicher Drink ohne Alkohol |
| Mit Mineralwasser | 50 ml Sirup, 150 ml stark sprudelndes Wasser | Leicht, säuerlich und sehr erfrischend | Heiße Tage und Kinder |
Für Kinder oder Gäste, die keinen Alkohol trinken, finde ich die Kombination aus Sirup und stark sprudelndem Wasser oft besser als eine sehr süße Limonade. Tonic Water bringt zwar mehr Spannung, enthält aber je nach Produkt eine deutliche Bitternote. Deshalb würde ich es zuerst mit 40 ml Sirup statt 50 ml probieren und danach nachjustieren.
Auch alkoholfreier Sekt funktioniert gut, wenn der Drink festlicher wirken soll. Manche Produkte schmecken jedoch süßer als erwartet. In diesem Fall helfen ein Spritzer Limette und etwas zusätzliches Mineralwasser mehr als noch mehr Eis.
Mit Eis, Garnitur und Kräutern wird der Drink runder
Ich verwende große Eiswürfel oder gut gefrorene Würfel aus einer sauberen Form. Kleine Eisstücke schmelzen schnell und verwässern den Spritz, besonders wenn die Zutaten nicht richtig gekühlt sind. Am besten stehen Sirup, Schaumwein und Wasser schon einige Stunden im Kühlschrank.
Als Garnitur reichen eine dünne Rhabarberstange, ein Limettenrad und zwei bis drei Minzblätter. Die Rhabarberstange sollte vorher sauber gewaschen und sehr dünn geschnitten werden. Sie dient vor allem als aromatischer Blickfang und ist nicht zum rohen Verzehr in größeren Mengen gedacht.
Minze passt fast immer, Basilikum wirkt überraschender und etwas würziger. Für eine regionale Note kann auch ein kleiner Zweig Zitronenmelisse interessant sein. Ich zerdrücke die Kräuter nicht im Glas, sondern klatsche sie nur kurz zwischen den Händen an. So lösen sich die ätherischen Öle, ohne dass der Drink bitter wird.
Diese Fehler machen den Rhabarber-Spritz unnötig schwer
Der häufigste Fehler ist zu viel Sirup. Rhabarber bringt bereits eine markante Säure mit, und Zucker soll sie abrunden, nicht überdecken. Wenn der Drink eher wie Dessert als wie Aperitif schmeckt, würde ich zuerst mit mehr Kohlensäure und Limette korrigieren.
- Warme Zutaten: Sie lassen das Eis sofort schmelzen und nehmen dem Getränk die Frische.
- Zu langes Kochen: Der Sirup wird dunkler und verliert einen Teil seines frischen Aromas.
- Zu süßer Schaumwein: Zusammen mit dem Sirup fehlt der klare Kontrast.
- Zu viel Tonic: Die Bitterkeit kann die feine Rhabarbernote überdecken.
- Kein Ausgleich durch Säure: Ein wenig Limette macht oft mehr Unterschied als zusätzlicher Zucker.
Die Saison reicht in Deutschland typischerweise vom Frühjahr bis ungefähr zum 24. Juni. Danach werden die Stangen faseriger und der Oxalsäuregehalt nimmt im Jahresverlauf zu. Für Getränke außerhalb der Saison nutze ich lieber eingefrorene Rhabarberstücke oder einen guten Rhabarbersaft als überlagerte, holzige Stangen.
Mein bester Ansatz für Brunch und Gartenabend
Für einen entspannten Brunch bereite ich den Sirup am Vorabend zu und stelle alle Flüssigkeiten kalt. Die Gläser fülle ich erst kurz vor dem Servieren, damit die Kohlensäure lebendig bleibt. Für eine größere Runde stelle ich Sirup, Eis, Kräuter und zwei verschiedene prickelnde Füller bereit, sodass jeder selbst zwischen alkoholisch und alkoholfrei wählen kann.
Mein persönlicher Favorit bleibt die Mischung aus trockenem Prosecco, wenig Sirup, Mineralwasser und Limette. Sie zeigt den Rhabarber deutlich, ohne ihn mit Süße oder Dekoration zu überladen. Genau deshalb funktioniert der Drink sowohl als kleiner Aperitif zu regionalen Frühlingsgerichten als auch als unkomplizierte Erfrischung an einem warmen Nachmittag.